Architektur

Das Unternehmen VIDMAR wurde 1989 verkauft und die Produktion geschlossen. Die neue Besitzerin des Areals vermietete die frei gewordenen Räume im potentiellen Abbruchobjekt in provisorischer Absicht an verschiedenste Nutzerinnen und Nutzer – mit zunehmender Rentabilität. So zeigte sich die Bauherrschaft offen für eine etappenweise Sanierung der Industriebaute. Bauherren wie Architekten betraten mit diesem Projekt Neuland.

Die Strategie von maximalem Substanzerhalt verbunden mit nachhaltiger Renovation setzte umfangreiche Abklärungen zur betrieblichen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit voraus. Mit einem langen Zeithorizont für die Umsetzung, einer prozesshaften, rollenden Planung und einer Etappierung der baulichen Massnahmen wurden die 2002 begonnenen Sanierungen im Sommer 2004 jeweils bei vollem Betrieb beendet.

Der Spagat zwischen dem Bewahren denkmalhafter Gebäude und Gebäudestrukturen und dem Konzipieren und Ausführen von nachhaltigen Renovationen für eine zukunftsträchtige Nutzung darf als gelungen bezeichnet werden. Die Sanierung der Gebäudehülle ging mit sparsam sichtbaren Eingriffen vonstatten. Energetische Massnahmen erfolgten dort, wo sich mit vertretbarem Aufwand ein guter Nutzen erzielen liess. Mit dem Entfernen von jeglichen störenden Einbauten zeichnet sich die Erschliessung im Gebäudeinnern aus durch markante Freiräume mit Strassen- und Platzcharakter. Vielgestaltige Identifikationsobjekte als Spuren der industriellen Entwicklung sind belassen oder aufgewertet worden.

Projektverfasser: Rykart Architekten AG, Liebefeld